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by - Februar 07, 2026

 IL LAGO TRASIMENO - MIT DER VESPA UNTERWEGS  


An einem warmen Frühlingsmorgen stand ich am Ufer des Lago di Trasimeno und wusste sofort: Diesen See möchte ich nicht einfach nur sehen – ich wollte ihn erleben. Also mietete ich mir kurzerhand eine Vespa. Gibt es schließlich eine schönere Art, Italien zu entdecken, als mit dem leichten Fahrtwind im Gesicht und dem Gefühl grenzenloser Freiheit?

Der Trasimeno ist der viertgrößte See Italiens und wirkt mit seinem ruhigen Wasser fast wie ein kleines Binnenmeer. Er liegt eingebettet zwischen sanften Hügeln an der Grenze zwischen Umbrien und der Toskana – eine Landschaft, die wie geschaffen ist für eine gemütliche Rundfahrt.

Meine Tour begann in Castiglione del Lago, einem charmanten Ort mit einer imposanten mittelalterlichen Festung. Von den Mauern aus hatte ich einen weiten Blick über das glitzernde Wasser. Danach knatterte ich weiter Richtung Passignano sul Trasimeno, dessen bunte Häuser sich malerisch am Ufer entlangziehen. In einem kleinen Café direkt am Hafen gönnte ich mir einen Espresso und beobachtete die Boote, die langsam über den See glitten.

Die Straße führte mich weiter nach Tuoro sul Trasimeno, einem geschichtsträchtigen Ort. Genau hier fand im Jahr 217 v. Chr. eine der berühmtesten Schlachten des Zweiten Punischen Krieges statt. Der karthagische Feldherr Hannibal lockte die römischen Legionen in eine Falle und besiegte sie in einem der größten Hinterhalte der Militärgeschichte. Wenn man heute durch die friedliche Landschaft fährt, ist es kaum vorstellbar, dass sich hier einst ein dramatisches Kriegsgeschehen abspielte.

Ich setzte meinen Weg fort nach San Feliciano, einem ehemaligen Fischerdorf, das noch immer für seine traditionelle Fischerei bekannt ist. Die Atmosphäre war entspannt, fast zeitlos. Am kleinen Hafen schaukelten die Boote, und der Duft von frisch zubereitetem Fisch lag in der Luft.

Ein weiterer Halt war Panicale, etwas oberhalb des Sees gelegen. Zwar musste ich ein Stück bergauf fahren, doch die Aussicht war jede Kurve wert. Enge Gassen, blumengeschmückte Balkone und eine herrliche Ruhe machten diesen Ort zu einem meiner persönlichen Lieblingsstopps.

Der Lago di Trasimeno selbst hat eine lange und faszinierende Geschichte. Entstanden ist er vermutlich vor über 100.000 Jahren und gehört zu den größten Flachwasserseen Italiens. Aufgrund seiner geringen Tiefe erwärmt sich das Wasser schnell und schimmert je nach Licht in den unterschiedlichsten Blau- und Grüntönen. Drei Inseln – Isola Maggiore, Isola Minore und Isola Polvese – verleihen ihm zusätzlichen Charme. Besonders die Isola Maggiore ist einen Besuch wert und wirkt mit ihren wenigen Häusern fast wie aus der Zeit gefallen.

Als ich am späten Nachmittag wieder nach Castiglione zurückkehrte, hatte ich einmal mehr das Gefühl, dass es nicht die großen Sehenswürdigkeiten sind, die eine Reise unvergesslich machen, sondern die kleinen Momente dazwischen: der Duft der Felder, das Zirpen der Zikaden, das sanfte Brummen der Vespa auf den Uferstraßen.

Den Trasimeno auf zwei Rädern zu umrunden war für mich weit mehr als nur ein Ausflug – es war ein Stück echtes Italien. Langsam, authentisch und voller Schönheit. Und während die Sonne begann, den See in goldenes Licht zu tauchen, wusste ich: Manchmal reicht ein Tag und eine Vespa, um sich ein bisschen zu verlieben.



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